Veröffentlicht am 08.05.2026
Einführung zur Ausstellung HALTUNG ALS HANDLUNG
Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) wurde 2008 gegründet und macht seit 2009 mit unterschiedlichsten Aktionen im öffentlichen Raum auf politische Probleme aufmerksam – wie zum Beispiel das Sterben im Mittelmeer, Rüstungsexporte oder Rechtspopulismus.
Gegründet wurde das ZPS vom 1981 geborenen Philipp Ruch. Der studierte politische Philosophie und arbeitete am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung im Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“. Auf dieser Grundlage bauen auch die von ihm initiierten Projekte auf. Es sind aufwendig komponierte Vorführungen … Theaterinszenierungen gewissermaßen, fast immer auch mit der Einbeziehung der Zuschauenden. Wir können und sollen uns dazu in Szene setzen, mitspielen. Wir sollen uns entscheiden: Können wir ein Kind aufnehmen? Nehme ich als Schülerin teil und schreibe ein Flugblatt? Fahre ich mit zur Grenze und zerschneide den Zaun?
Eigentlich natürlich immer im Wissen, dass es nichts Grundlegendes verändern wird. Aber – wir müssen uns damit beschäftigen. Das ZPS will uns eine Anleitung zu mehr Humanität geben. Denn wir leben in dieser Welt, die sich als menschenwürdig bezeichnet und doch anders agiert. Dieser Widerspruch führt oft zu der Ablehnung der Aktionen. Denn es ist schwer zu ertragen, auf Dinge aufmerksam gemacht zu werden, die wir lieber verdrängen. Denn … „Da kann man ja eh nichts tun.“ „Doch“, meint das ZPS, „wir müssen darauf aufmerksam machen.“
Cornelia Döllermann-Nölting, Sprecherin, Land in Sicht – Transition (LiST)
Zur Aktion Kindertransporthilfe des Bundes
Ein erstes größeres Medienecho erhielt das ZPS im Sommer 2014 mit seiner Aktion Kindertransporthilfe des Bundes. Im Rahmen dieses Projekts produzierte das ZPS eine professionell aufgesetzte Werbekampagne, die glaubhaft eine Initiative bewarb, die – unter der angeblichen Schirmherrschaft der Familienministerin Manuela Schwesig – die Rettung von 55.000 syrischen Flüchtlingskindem unternehmen wollte. Die Kinder sollten von deutschen Familien aufgenommen werden, so wie dies kurz vor dem Zweiten Weltkrieg mit jüdischen Kindern aus ganz Europa geschah, als diese in den Jahren 1938/1939 nach Großbritannien gebracht wurden. Im Falle des historischen Vorbilds hatte die britische Regierung die Einreise von mehr als 10.000 jüdischen Kindern aus Europa auf die Insel erlaubt, sofern deren Aufnahme und Finanzierung durch einheimische Familien garantiert würden. So konnten Tausende vor dem Genozid gerettet werden. Auf dieses historische Vorbild verweist neben dem Titel Kindertransporthilfe auch die gesamte Bewerbung des Projektes. Hier heißt es, dass es der Aktion auch um ein „Lernen aus der Geschichte“ gehe, ja mehr noch: das ZPS gewann sogar Überlebende, die zu jenem Transport der 1930er Jahre gehörten, um für ihre Aktion einzutreten. Mit ihnen zog die Gruppe – so zeigen es ein Werbespot und verschiedene Berichte – vor das Bundeskanzleramt in Berlin. Vor einer Absperrung geben die beiden Überlebenden, Kurt Gutmann und Inge Lammel, gemeinsam mit Philipp Ruch ein Interview.
Auf einer gefakten Webseite du Bundesministeriums für Familien heißt: „Im Rahmen des Hilfsprogramms Bundes, können vorübergehend 55.,000 Kinder im Alter von bis zu 17 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland einreisen, sofern für sie ein finanzieller Förderer oder eine Pflegefamilie gefunden wurde.
Aus: Haltung als Handlung - Das Zentrum für Politische Schönheit. hg. von Raimar Stange, Miriam Rummel, Florian Waldvogel. Neue Aktion Berlin 2023, S. 440.
Veröffentlicht am 21.04.2026
LiST zeigt: Haltung als Handlung

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) macht seit 2008 mit Aktionen im öffentlichen Raum auf politische Probleme aufmerksam – wie zum Beispiel auf das Sterben im Mittelmeer, Rüstungsexporte oder Rechtspopulismus. Wir haben zu einigem Aktionen der letzten 15 Jahre Plakate gestaltet, die kurz informieren. In der Gesamtschau zeigt sich, wie politische Aktionskunst wirken kann – und wie sie auch im Nachhinein dazu auffordert, künftig Haltung zu zeigen.
Die Ausstellung wird am Mittwoch, den 8. Mai, um 18 Uhr im Stadtteiltreff Neuenhäusen, Emigrantenstraße 1, 29221 Celle, eröffnet. Einleitend wird beispielhaft erläutert, wie das ZPS seinem politischen Widerstand Ausdruck verschafft. Und es ist auch Gelegenheit, sich darüber auseinanderzusetzen, was politische Kunst „darf“ und welche Wirkung sie zu erzielen in der Lage ist.
Am Mittwoch, den 20.Mai, 19 Uhr, werden im Stadtteiltreff Kurzfilme zu den vorgestellten Aktionen gezeigt, um jeweils direkt im Anschluss darüber zu sprechen.
Geöffnet ist der Stadtteiltreff jeden Mittwoch zwischen 15 und 18 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 20. Juni, an dem es um 16 Uhr eine Finissage gibt mit dem Austausch über den Kunstbegriff des ZPS.

Veröffentlicht am 17.04.2026
LiST fordert: Kein Comeback für Gas und Öl!

Die Celle Initiative „Land in Sicht -Transition“ (LiST) unterstützt die Demonstrationen in Berlin, Hamburg, Köln und München. Dort wird am Samstag von einem breiten Bündnis von Umweltverbänden ein Zeichen gesetzt für die Energiewende und gegen gegen fossile Lobbypolitik. Die Sprecherin der Gruppe, Cornelia Döllermann-Nölting, dazu: „Mit mehreren Gesetzen gleichzeitig will Wirtschaftsministerin Reiche die erneuerbaren Energien torpedieren. Sie setzt stattdessen auf fossile Energien. Damit begibt sich die CDU/SPD-Bundesregierung faktisch ins Lager jener, die die Klimakatastrophe verharmlosen und sich dem sozial-ökologischen Umbau verweigern.“
Mit einem Transparent vor der Celler Geschäftsstelle der E.on-Tochter SVO/CUN will die Initiative darauf hinweisen, dass aktuell der Ausbau der Verteilnetze höchste Priorität hat, um den erneuerbaren Strom auch dort hinbringen zu können, wo er benötigt wird. Auf die Tagesordnung der Energiepolitik müssten weiter eine Absenkung der Stromsteuer für alle und ein günstiger Wärmepumpen-Strompreis sowie soziale Förderung und starker Mieterschutz, damit klimafreundliches Heizen für alle bezahlbar wird.
Cornelia Döllermann-Nölting weiter: „Für Milliarden Menschen steht die Bewohnbarkeit ihrer Länder auf dem Spiel. Aber die Regierungen von Groß- und Mittelmächten führen Kriege, auch um fossile Energien, statt dem Leben von Menschen auf diesem Planeten eine Zukunft zu ermöglichen.“
Veröffentlicht am 25.02.2026
LiST ruft auf:

Wie jedes Jahr rufen wir mit auf zur Kundgebung am Internationalen Frauenkampftag: 8. März um 16:30 Uhr am Gertrud-Schröter-Platz (ehem. Thaerplatz) in Celle.
Veröffentlicht am 20.02.2026
LiST zeigt: Cycling Cities

„Cycling Cities ist mein erster Dokumentarfilm. Er handelt über die schönsten Fahrradstädte Europas und was wir in Deutschland von diesen Städte lernen können. Dafür bin ich im Mai 2025 mit Kamera und Fahrrad von Freiburg aufgebrochen und zwei Monate lang quer durch Europa gefahren und habe dabei die Städte Paris, Gent, Amsterdam, Utrecht, Groningen, Hamburg und Kopenhagen besucht. Ich wollte herausfinden, was diese Städte so lebenswert macht, was eine fahrradgerechte Stadt ausmacht und welche Voraussetzungen es braucht, um die Verkehrswende und den nachhaltigen Stadtumbau voranzutreiben.
Gleichzeitig ist Cycling Cities auch ein Reisefilm, der zeigt, wie vielseitig das Fahrrad einsetzbar ist und welche Freiheit damit einhergeht.
Ich möchte mit diesem Film informieren, begeistern und inspirieren und Menschen ermutigen, sich für die lebenswerte Stadt einzusetzen. Dazu soll dieser Film einen kleinen Beitrag leisten.“
Ingwar Perowanowitsch
Beiträge aus den vergangenen Jahren gibts im Archiv.
